Diesseitig bin ich nicht fassbar,
denn ich wohne grad so gut bei den Toten
wie bei den Ungeborenen -
etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich
und noch lange nicht nahe genug.
(Inschrift auf dem Grabstein von Paul Klee in Bern)

Dank an die Beteiligten

von

Brigitte Popper, M.A.

Projektleiterin

Wann beginnt ein Projekt? Mit dem ersten Gedanken? Mit der ersten Willensbekundung, eine Idee realisieren zu wollen? Oder mit der Bildung der Projektgruppe und Formulierung des Projektplanes? Und wer ist an einem Projekt beteiligt? Sind es nur die Aktiven, die namentlich in Erscheinung treten? Oder gehören nicht die vielen Ungenannten dazu, die oft schweigsam, aber wohlwollend dieses Projekt unterstützen und begleiten?

 

An (chronoligsch) erster Stelle auf dem Weg der Projektentwicklung sei die süddeutsche Ausbildungsgruppe "Prozessorientierte Psychologie" (2004-2007) von Sebastian Elsaesser genannt. Als Teil der Ausbildung galt es für jede Teilnehmerin/ jeden Teilnehmer ein persönliches Projekt zu entwickeln, das von einem kleinen Team nach den Methoden der Prozessarbeit und des Projektsmanagements begleitet wurde. Meine Projektidee  "Die Erhaltung und die Gestaltung von aufgelassenen Friedhöfen" stieß dabei auf so große Begeisterung in der international und fächerübergreifend zusammengesetzten Gruppe von Pop-Studierenden, dass es sich zu dem Gruppenprojekt entwickelte. Selbst nach dem Ende der Ausbildung im März 2007 wird die Entwicklung und Realisierung der Friedhofsumwandlung begleitet und fand selbst im fernen Züricher Institut für "Prozessorientierte Psychologie" gewisse Aufmerksamkeit.

 

Das passende "Objekt" fand ich nach einigen vorsichtigen Versuchen bei verschiedenen Kommunen sehr naheliegend in Ingersheim. Dort stießen die Führungen über den Alten Friedhof am Tag des offenen Denkmals 2006 unter dem bundesweiten Motto: "Rasen, Rosen und Rabatten. Historische Parks und Gärten" auf große Resonanz bei der Bevölkerung und gipfelten in dem Wunsch, Teile des Friedhofs und seiner Grabsteine zur Erinnerung an die Toten des Ortes zu erhalten. Verwaltung und Gemeinderat, allen voran Bürgermeister Volker Godel, nahmen die Idee bereitwillig auf und stimmten der Bildung einer Projektgruppe, bestehend aus mir - seit dem Jahr 2000 bin ich dort als Archivarin und für verschiedene Sonderaufgaben im Bereich Kultur und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt -  und Fachleuten aus den Bereichen Landschaftsarchitektur und Steinbildhauerei, zu. Mit dem Bietigheimer Landschaftsarchitekten Andreas Mallin und dem Pleidelsheimer Steinbildhauer Jörg Failmezger waren schnell kompetente und engagierte Fachleute gefunden. Besonders Andreas Mallin trug und trägt durch seinen Ideenreichtum und seine Fachkompetenz in gestalterischen und technischen Fragen zum Fortkommen des Projektes bei.

 

Beteiligt an dem Projekt sind auch Ingersheimer Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wünsche und Visionen, ihre Bedenken und Ängste offen und konstruktiv einbringen, die ihre alten, meist im Garten oder an Scheunen und Schuppenwänden gelagerten Grabsteine bereitwillig zur Verfügung stellen. Denn sie spüren deutlich: Es ist ihr Friedhof und es sind ihre Verwandten und Vorfahren, die durch die Umgestaltung eine besondere Würdigung erfahren.

 

Und nicht zuletzt sei dem Pfarrerehepaar von Großingersheim gedankt. Michael Harr, dem Kirchenmann und passionierten Historiker, für die wohlwollende Zustimmung, Dorothea Ziesenhenne-Harr für die immer klugen und inspirierenden Beiträge.

 

April 2008
April 2008